Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

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Erste Eindrücke aus England – liebe Grüße von AH

Februar 10th, 2012· 2 Kommentare

Hier mein erster Bericht über meine Ankunft in Old Good England und meine ersten Tage in High Wycombe. 😉

Also erst mal scheint es wirklich an mir zu liegen, wenn etwas zu spät kommt, denn mein Flieger hatte knapp eine halbe Stunde Verspätung. Somit kann ich jetzt neben der Deutschen Bahn auch die Kategorie Flugverkehr hinzufügen.

Als ich in London gelandet, herrschte ein reges Menschentreiben an der Passkontrolle. Somit verbrachte ich fast 40 Minuten in einer Schlange von Menschen aus der ganzen Welt, da gerade mehrere Flugzeuge gelandet waren. Danach musste ich dann schauen, an welchem Gepäckband ich meine Tasche finde, was relativ schnell ging.

Zum Glück wusste ich noch von meinem letzten Besuch, wo ich als nächstes den Bus A40 nach High Wycombe finde, der zum Glück auch 5 Minuten nachdem ich an der Busstation ankam, abfuhr. Am zentralen Busbahnhof in High Wycombe angekommen, ging es mit dem nächsten Bus zum Hotel weiter.

Dann kam der erste kleine Schock. Ein Monatsticket kostet 62 Pfund und eine Wochenkarte 18 Pfund. Ich wählte erst mal die Wochenkarte, auch wenn die andere Möglichkeit 10 Pfund billiger ist.

Doch eigentlich hat mich nicht der Preis geschockt, sondern der Zusammenhang zwischen der Ticketnutzung und des Preises. Dieses Ticket kann ich nämlich für dieses Busunternehmen (Arriva) nutzen. Es gibt in Wycombe noch 2 weitere Busunternehmen und eine Zugstation, wo von aus ins Centrum von London gelangt. Und für die Nutzung dieser Verkehrsmittel benötigt man extra Tickets. Da sieht man mal, wie gut wir Berliner es haben. Bei uns kann man ein Monatsticket für ca. 50 Euro erwerben und damit S-Bahn, U-Bahn, Tram und Bus nutzen.

An der Rezeption vom Danesfield Hotel & Spa angekommen, wurde ich herzlich begrüßt und der Empfangschef erinnerte sich noch an mich. Ich bekam ein nettes kleines Zimmer und die Möglichkeit, in der Personalkantine immer etwas zu essen, wenn ich hungrig sein sollte.

Auf dem Zimmer folgte der zweite Schock. Ich hatte von der netten Rezeptionsmitarbeiterin Zugangscodes fürs Internet erhalten. Doch es funktionierte nicht! Ich rief also an der Rezeption an. Das tat ich wirklich nicht gern, da ich selber weiß, dass man an der Rezeption manchmal echt besseres zu tun hat, als jemanden zum x-mal zu erläutern, wie das Internet funktioniert. Doch zwei Minuten klopfte es schon an der Tür und ein freundlicher Concierge versuchte mir zu helfen. Leider ohne Erfolg. Weitere 5 Minuten später klingelte das Telefon. Eine Mitarbeiterin von Swisscom versuchte mir behilflich zu sein, um ins Internet zu gelangen. Es funktionierte immer noch nicht.

Den Rest des Abends verbrachte ich mit Fernsehen. Channel 4 und Channel 5 scheinen zwei Sender für junge Leute zu sein, da hier fast am laufenden Band Scrubs, How I met your Mother, Desperate Housewifes und The Big Bang Theory laufen.

Am nächsten Morgen hatte ich um 9 Uhr einen Termin mit Mary, der Personalleiterin. In England ist es ja üblich alle beim Vornamen zu nennen, deshalb darf ich z.B. auch zu meinem verantwortlichen F &B Manager Tim sagen anstatt Mr. Healey. Im Personalbüro bekam ich noch ein paar Unterlagen, die ich übers Wochenende ausfüllen muss. Außerdem konnte ich bei Mary kurz ins Internet gehen, um ihr zu zeigen, welche Zimmer ich auf Sparerooms.com gefunden hatte. Eins gefiel ihr besonders gut, da es nicht weit vom Hotel liegt und die Umgebung wohl ganz schön sein sollte. Ich machte für dieses Zimmer einen Termin für 4 Uhr aus und für ein weiteres Zimmer einen Termin für Freitag 6 Uhr aus. Dann zeigte mir Mary noch die Busverbindung, da sie wusste, dass  mein Internet nicht funktionierte.

Danach führte sie mich durchs Hotel. Zuerst ging es in die Küche. Der Sternekoch Adam Simonds erkannte mich auch von meinem Besuch im Oktober wieder. In der Kantine aßen wir kurz etwas, bevor es dann weiter ging. Ich wurde jedem vorgestellt und alle waren sehr nett.

Später ging ich nochmal in die Kantine und traf auf Tina, eine deutsche Mitarbeiterin, die seit Mai 2011 im Hotel arbeitet. Sie sagte mir, dass ich keine Angst vor den Behördengängen haben brauch, da die Mitarbeiter hier ganz anders als in Deutschland sind und dir beispielsweise auch gerne zum 3. Mal erklären, wie du dieses und jenes Formular auszufüllen hast. Auch die Manager im Hotel sind dir nicht böse, wenn du nicht alles beim 1. Mal verstehst, was sie sagen, da hier jedes Jahr Studenten aus Deutschland, Polen, der Schweiz und Holland herkommen, um Auslandserfahrung zu sammeln und einige wohl nur wenige Worte Englisch sprechen. Auch sie versicherte mir, dass jeder Mitarbeiter immer nach Hause kommt, egal ob mit Bus oder einer Mitfahrgelegenheit.

Als ich wieder in meinem Zimmer war, konnte ich es kaum fassen. Mein Internet funktionierte!! Sofort schloss ich meine Webcam an und chattete los.

Dann ging es auch schon los zur Zimmerbesichtigung. Mit dem Bus brauchte ich ca. 20 Minute. Das einzige Problem ist, dass es keine Anzeige gibt, welche Station als nächstes kommt. Somit bat ich also den Busfahrer, mir an der Rupert Avenue ein Zeichen zu geben. Von der Busstation ist es ein 5-mintügiger Fußweg zum Haus, wo mein zukünftiges Zimmer sein sollte. Mein erster Gedanke auf dem Weg dorthin war: Endlich nicht mehr über eine Stunde auf Arbeit fahren!

Die Hausbesitzerin Josie begrüßte mich herzlich und bot mir einen Tee an. Ihr werdet es nicht glauben, aber das war nicht mein erster schwarzer Tee, sondern bereits mein zehnter. Und im Hotel hab ich den sogar mit Milch getrunken. Typisch englisch halt. Josie zeigte mir alles und erzählte, dass sie bereits in so etwas Übung hat, da sie jedes Jahr Austauschstudenten aus Deutschland aufnimmt und sogar ein paar Worte Deutsch spricht. Das Zimmer bzw. das ganze Haus hat zwar eine sehr altmodische Einrichtung, aber es gefiel mir sehr gut. Es wäre zwar auch schön gewesen in eine junge WG zu ziehen (Josie ist um die 46 Jahre alt, ich habe nicht nachgefragt), doch dann hätte ich vielleicht den Nachteil gehabt, dass jedes Wochenende Party gemacht wird, ich aber arbeiten muss. Außerdem wollte ich so schnell wie möglich ein Zimmer haben, um einen Bank Account zu eröffnen und meine National Insurance Number zu erhalten. Für beides benötige ich eine Adresse in England. Die anderen Zimmer waren eh weiter entfernt vom Hotel und somit sagte ich Josie, dass ich das Zimmer gerne hätte.

Wir fuhren mit dem Auto ins Stadtzentrum, wo ich sowieso noch hin wollte und ich hob Geld vom deutschen Konto ab, um das Deposit zu bezahlen. Wir verabredeten uns zum nächsten Tag um 3 Uhr.

Im Stadtzentrum gibt es ein großes Einkaufscenter. Hier findet man alles, was das Herz einer Frau begehrt. Nur um meine Manolo Blahniks zu bekommen, muss ich nach London.  Wie in Wismar gibt es auch hier eine Einkaufsstraße und die McDonaldisierung hat auch hier stattgefunden.

Wieder im Hotel angekommen, chattete ich mit meiner Familie und ratterte erst mal alles herunter. Natürlich schön durcheinander, so wie man mich halt kennt.

Freitagmorgen ging ich nochmal kurz raus, um das Hotel auch mal von außen zu fotografieren. Wie ich ja schon mal erzählt hatte, es liegt sehr abgelegen. Doch direkt hinterm Hotel befindet sich ein kleiner Park zum Spazieren. Und der Blick auf die Themse und die restlichen Umgebung ist einfach awesome, um es wie Barney aus How I Met Your Mother zu sagen.

Mittags war ich nochmal kurz im Restaurant und erfuhr, dass ich Montag um 10 Uhr anfangen werde. Außerdem erhielt ich nochmal die aktuellen Menüs und die Weinliste mit ca. 100 Weinen. Da soll sich noch einmal einer der Azubis über die „lange“ Weinliste im Sylter Hof beschweren!

Zu 3 Uhr bin ich dann zu Josie gefahren. Ich legte erst mal alles ab und dann fuhren wir zu Asda, einem günstigen Supermarkt. Hierdrüber lässt sich auf jeden Fall noch ein extra Bericht schreiben. Nur kurz: Man sucht vergeblich nach Vollkornbrot und es gibt Milchflaschen mit 3-5 Liter Inhalt!

An der Kasse fielen mir zwei Unterschiede zu deutschen Supermärkten auf: Man erhält die Einkaufstüten gratis (was aber letztendlich zu einer größeren Umweltverschmutzung führt, da ja niemand Stoffbeutel mitbringt). Außerdem haben die Leute eine viel größere Geduld, wenn es darum geht, in einer Schlange zu stehen.

Wieder in der Shelburne Road angekommen, machten wir einen Mietvertrag fertig und füllten ein Rent Book aus, wo beispielsweise immer eingetragen wird, wann ich meine Miete bezahlt habe. Josie zeigte mir nochmal alles. Hier zeigten sich ein paar Nachteile auf, an die man sich aber gewöhnen kann. Wenn man warmes Wasser und eine warme Heizung haben möchte, muss mach zunächst einen Knopf im Flur drücken. Josie hat zwar einen TV im Wohnzimmer, allerdings umfasst dieser gerade mal 5 Sender.

Und nun zum dritten Schock: Mein Internet ging wieder nicht. Ich konnte mich zwar mit dem Modem von Josie verbinden, hatte jedoch kein Zugang zum Internet.

Josie bot mir an, kurz bei mir zu Hause anzurufen, da sie eine Special-Flatrate hat, weil sie eine Tochter in Afrika hat. Zudem rief sie bei ihrem Sohn John an, der versprach am nächsten Tag um 5 Uhr vorbei zukommen. Josie ging abends noch ins Ballet und ich rief kurz zu Hause an.

Da ich kein Internet hatte, war ich froh, dass mir Ricarda die Staffel von Grey´s Anatomy mitgegeben hatte.

Samstagmorgen versuchte ich erneut ins Internet zu gelangen, doch vergebens. Um nicht total verrückt zu werden, ging ich mittags nochmal in die Stadt. Bei Tesco, einen weiteren günstigen Supermarkt, kaufte ich noch ein paar Sachen ein. Übrigens ist der Name Heinz hier sehr bekannt. Doch nicht wegen des Ketchups, sondern der Heinz Baked Beanz, die ich mir geholt habe und nächste Woche mal probieren werde.

Als ich an der Bus Station auf den Bus wartete, fiel mir ein weiterer Unterschied zur deutschen Kultur auf. Eine Dame, die neben mir stand, fragte, ob ich auch auf den 800er Bus wartete. Ich sagte ja und das war der Start einer ca. 5 minütigen Unterhaltung, einfach so. Wenn uns jemand in Berlin auf der Straße anspricht, dann weichen wir so schnell wie möglich aus.

Kurz nach 5 Uhr kam dann John. Er tippte und schrieb immer hin und her. Ich dachte, dass der das niemals hinbekommen wird. Irgendwann konnte ich schon nicht mehr hinsehen. Doch dann sagte er „Here we go!“, startete Mozilla Firefox und es funktionierte!! Ich bedankte mich an die 10 Mal bei ihm. Josie ging abends wieder aus und ich chattete.

Über Nacht hat es auch bei uns geschneit und die Schneedecke ist ca. einen halben Meter hoch.

Am Vormittag suchte ich im Internet nach einer Möglichkeit, irgendwie Fernsehen schauen zu können. Und siehe da, bei Channel 4 kann man sich ganze Folgen von meinen Lieblingsserien ansehen. Nicht wie bei RTL oder ProSieben, wo man lediglich Ausschnitte sieht. Der Link zu Channel 4 und der des Radio Senders Hit Radio UK kamen also gleich in meine Lesezeichenliste.

Danach habe ich die Menüs und ein paar der Weine auswendig gelernt, denn an einem Tag 100 Weine zu lernen, das geht nicht. Ich werde jeden Tag 10-20 lernen und dann habe ich sie hoffentlich nach einer Woche drauf.

Tja und jetzt sitze ich hier und staune, was ich schon alles geschrieben habe….

Das soll es erst mal gewesen sein. Morgen ist ja mein erster Arbeitstag, worauf ich sehr gespannt bin, vor allem wie viel ich verstehen werde, und wie viel nicht. J

Ich melde mich wieder.

AH

Tags: Ehemalige - Alumni

Von: Trulla12

2 Antworten bis jetzt ↓

  • 1 Nighty // Feb 10, 2012 at 09:57

    Hallo Antje,

    das sind ja ganz tolle erste Eindrücke – ich denke, ich schreibe im Namen aller “Sylter”, wenn ein großes Dankeschön für Dein Essay über den Kanal geht! Wir sind gespannt auf die nächsten Wochen und Monate Deiner Tätigkeit und auch der Freizeit in England.

    Herzliche Grüße

    vom nighty!

  • 2 KW // Feb 10, 2012 at 11:51

    Das klingt großartig! Danke für den ausführlichen Bericht – wir warten gespannt auf Fortsetzung!!! 🙂
    Liebe Grüße nach England!
    Kirstin