Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

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Unser Nighty erzählt … eine Ostergeschichte

März 31st, 2013· Keine Kommentare

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Das vergessene Osterei

Familie Brenner war wie jedes Jahr kurz vor Ostern zu Besuch bei den Großeltern auf dem Land. Sie wohnten in einem gemütlichen Fachwerkhaus am Rande der Schorfheide; dort gab es für die Kinder immer viel zu entdecken und für die Eltern auch immer etwas Arbeit. Oma Grete und Opa Jochem waren nicht mehr die Jüngsten, konnten aber hervorragend mit den lieben Kleinen umgehen. Sie zeigten ihnen die Jungtiere  – 2 kleine wollige Lämmchen, den kuscheligen Kaninchennachwuchs und auch die Hauskatze hatte nichts gegen die Präsentation ihrer 5 winzigen Mauzies.

Mama Ina und Papa Uwe halfen im Wohnhaus bzw. im Stall beim Putzen und Aufräumen. Die Kinder durften auf die Tenne, von wo aus sie herrlich duftende Heubündel herunter warfen, welche verfüttert werden sollten. Dabei balgten sie sich natürlich mit Ausdauer und hatten anschließend großen Hunger beim Kaffeetrinken in der anheimelnden Wohnküche.

Dann wurde beschlossen, aus dem Hühnerstall Eier zu holen und diese österlich zu verzieren. Gina und Henrik durchsuchten die Nester und legten ihre Funde behutsam in einen flachen Korb. Damit kehrten sie in die Küche zurück. Doch nein, vorher war Gina noch kurz verschwunden, kam aber nach einer kleinen Weile auch ins Haus.

Oma Grete hatte schon Gefäße mit Naturfarben (Zwiebelschalen für braune Eier, das Rot lieferten die roten Bete, ausgekochter Spinat war für die Grünfärbung gedacht und Rotkohlkochwasser ergab ein sattes Violett bzw. verdünnt ein leuchtendes Pink) vorbereitet. Die Eier wurden nun angepiekst (um ein Platzen zu verhindern, wie Opa Jochem erklärte) und gekocht, dann kamen sie heiß in die Flüssigfarben. Jetzt spielten alle gemeinsam „Memory“ und „Mensch ärgere dich nicht“ und freuten sich am Zusammensein.

Ostern

 

Die Eier wurden zwei Stunden später aus ihren Farbbädern geholt, kalt abgespült, getrocknet und nach alter Tradition mit Speckschwarten  glänzend gerieben. Am nächsten Tag stand das Verzieren auf dem Programm: Mit Stopfnadeln wurden Motive in die Schalen geritzt, bunte Abziehbildchen aufgeklebt und mit wasserfesten Buntstiften Muster aufgebracht. Ein appetitliches Mittagessen mit anschließend vieeel Schokopudding und noch mehr Vanillesoße beendete den Kurzbesuch bei den Großeltern.
binsenosterei

Nach einigen Tagen war dann Ostern, die Eier, Süßigkeiten und kleine Aufmerksamkeiten wurden versteckt und aufgespürt. Alle freuten sich und fanden die Feiertage wie immer schön. Ein paar Wochen später rief Opa Jochem an und meinte, dass er ein Huhn tagelang suchen musste. Schließlich habe er es im Schuppen gefunden – es saß brütend auf einem mit einem „G“ beschrifteten Ei. Nunmehr sei ein sonnengelbes Küken geschlüpft, er habe es Gina genannt!/HT

Tags: Nachtgeschichten · Vom Sylter Hofe

Von: BS