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Unser Nighty erzählt … eine Tramgeschichte

April 22nd, 2013· Keine Kommentare

NightyB

Erlebnisse in der Tram oder Theater ohne Geld (9)

Neulich war es wieder so weit: Viele Leute hatten viel beim blau-gelben Riesen eingekauft und drängelten mit ihren „Schätzen“ in meine M6. Der Straßenbahnfahrer sah sich das Treiben eine gute Weile geduldig mit an und schritt erst ein, als ein junger Mann eine Ladung überlanger Möbelbretter in den Waggon bugsieren wollte. „Nee Meister, det jeht jar nich!“

„Wieso?“ „Weil wir dann, wenn de drin bist keene Fensta mehr inne Bahn ham!!“ Sprach’s und klingelte ohne Bretter und Mann ab.

So geht Freundlichkeit bei der BVG! Manche Fahrer können aber auch wirklich nett sein: Ich wartete Sonntagfrüh auf meine M6 und sah ungewöhnlicherweise eine M2 die Haltestelle ansteuern. Ich suchte den Blickkontakt mit dem Fahrer und wies nach oben auf das Linienschild. Er verlangsamte die Fahrt und ich fragte in die offene Tür „Sie haben die M2 als Linie leuchten?“ Der Fahrer grinste breit und meinte: „Ich bin auch die M2!“

Ein anderes Mal fuhr eine größere Touristengruppe schon eine längere Strecke mit – aus ihren Gesprächen konnte ich entnehmen, dass sie zum Alexanderplatz fahren wollten. Die Ansage „U-Bahnhof Alexanderplatz“ erfolgte schon wie üblich in einiger Distanz vor dem Alex, die Touristen wurden unruhig und versuchten beim nächsten Ampelstopp die Türen zu öffnen. Als alles Knopfdrücken nicht half, wollten sie die Türen schon gewaltsam aufdrücken. Der Fahrer griff nun mit einer zweisprachig gemischten Durchsage: „Only streetcross“ – „Es ist nur ein Ampelhalt“ in das Geschehen ein. Erleichtertes Aufatmen in der Runde war das Resultat. Dann, beim regulären Halt, drängten alle durch eine Tür hinaus.

Ebenso ist es für junge Mütter oder auch Jungfamilien sehr schwer, tagsüber mit ihren Kinderwagen in den vollen Straßenbahnen mitgenommen zu werden. Oft sind die dafür vorgesehenen Plätze schon durch andere Kinderwagen besetzt bzw. machen manche Fahrgäste keinen Platz dafür.

Fazit: Auf manchen Strecken würden „Fahrgastbetreuer“ wirklich sinnvoll sein. /HT

 

Tags: Nachtgeschichten · Vom Sylter Hofe

Von: BS