Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

für Gäste und Freunde des Hotel Sylter Hof *Berlin*

Unser Nighty erzählt … Im Wald und auf der Heide

Oktober 6th, 2013· Keine Kommentare

NightyB

… da find’ ich mit viel Freude – Pilze aller Art. Diese größtenteils beliebten Gewächse kann man zu dieser Jahreszeit nun in großer Zahl im Wald, auf Wiesen und Weiden sammeln. Das Sammeln bringt auch den größeren Spaß als das Suchen. Die meisten von uns kennen bestimmte Stellen aus jahrzehntelanger Familientradition. Solche ergiebigen Fundorte verrät man keinem Nichtfamilienmitglied, allenthalben gibt man solche weitläufigen Standortbeschreibungen wie: „In der Schorfheide“ oder „im Grunewald“ bzw. „bei Strausberg“ wachsen viele Steinpilze.

Der echte Pilzfreund zieht am frühen Morgen hinaus in die Natur, er ist mit Korb, Messer, Verpflegung und oft auch mit einem kleinen Pilzbüchlein ausgerüstet.

Verpönt sind Plastikbeutel, da hierin gesammelte Pilze gedrückt werden, nicht von frischer Luft umgeben sind und somit schnell verderben.

Bevor wir nun los ziehen eine kurze Einführung in die Pilzwelt:

Es gibt essbare, ungenießbare und giftige Pilze. Die essbaren wiederum werden in „vorzüglich“, „guter Speisepilz“ und „als Mischpilz verwendbar“ eingeteilt. Die ungenießbaren schmecken entweder nicht oder sind nicht ohne Nebenwirkungen essbar. Die giftigen Pilze werden in schwach giftig, giftig oder tödlich giftig unterschieden.

Fast alle Pilze besitzen auf der Hutunterseite entweder feine Rippen (Lamellen genannt) oder einen aus vielen kleinen Röhren zusammengesetzten Schwamm. Ausnahmen bilden die Krause Glucke (korallenartig verzweigter Pilzkörper) die Morchel (kammerartiger Pilzkopf) und die Boviste (kugelig mit vielen borstenähnlichen Ausstülpungen).

Schon beim Anmarsch über eine Viehweide wird man schnell fündig: Wiesenchampignons recken ihre weißen Köpfe aus dem Gras, auch Schirmpilze bevölkern oft die Wiesen. Am Waldrand wachsen meist Reizker, Rotfüßchen und Butterpilze. In lichten Birken- und Erlenansammlungen kann man die Rotkappen und Birkenpilze finden. An moosigen Stellen stehen bis in den Oktober noch die Pfifferlinge. Steinpilze, Maronen und Täublinge wachsen oft truppweise oder in sogenannten „Hexenringen“ im dichteren Wald. Auch an Baumstümpfen hat man oft Erfolg: Stockschwämmchen, Austernseitlinge und Krause Glucken wachsen dort. Geerntet werden die meisten Pilze durch leichtes Herausdrehen – so wird das feine unterirdische Pilzgeflecht nicht zerstört. Durch das Abschneiden des unteren Pilzstieles kann man feststellen, ob der Pilzkörper wurmig ist. Ein grobes Verputzen (Entfernen anhaftender Erde bzw. Moos und Herausschneiden von Fraßstellen) erspart dem Sammler den Schmutz zu Hause.

Mit dem richtigen Gespür und bald gut geschultem Auge (ich halte gefundene Pilze an unterschiedlichsten Stellen nochmals auf den Boden und merke mir somit die Farbnuancen) hat man nach 1 – 2 Stunden genug Pilze gefunden und kann die Pirsch beenden.

Daheim wird die „Beute“ nun gesäubert (Pilzhüte kurz unter fließendem Wasser abspülen, Huthaut entweder abziehen oder abschaben), die Pilzstiele von den Hüten getrennt (sie sind schwer verdaulich) und werden daher in schmale Streifen geschnitten und getrocknet. Das ergibt eine gute Würzgrundlage für Soßen.

Alles andere wird grob geschnitten und wandert in die Bratpfanne – je nach persönlichem Geschmack mit Zwiebel- und oder Speckwürfeln und wird nach kurzem Anbraten zugedeckt ca. 10 Minuten geschmort; Salz und Pfeffer erst zum Schluss hinzu geben. Die Hüte von Schirmpilzen kann man panieren und als Pilzschnitzel genießen.

Guten Appetit – und immer daran denken, nur die Pilze sammeln, die man genau kennt oder einen Fachmann zu Rate ziehen./ H.T.

Tags: Nachtgeschichten

Von: BS