Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

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Unser Nighty erzählt … Wenn Geld sprechen könnte

Juni 23rd, 2014· Keine Kommentare

NightyB

 

 

 

 

 

 

dann herrschte in so mancher Kasse und manchem Portemonnaie ein babylonisches Sprachgewirr. Warum???

Nun – sieht man sich zuerst die Banknoten an, stellt man fest, dass sie sich außer in der Farbgebung, Größe und Wert auch noch bei den aufgedruckten Seriennummern unterscheiden. In unserer Empfangskasse fand ich Geldscheine mit folgenden verschiednen Buchstaben bei Seriennummern:

50 EUR mit X557272 …
20 EUR mit S19808 …
10 EUR mit Y15045 … und
5 EUR mit U49606 …

Im Klartext bedeutet das: Die 50 EUR wurden in Deutschland, die 20 EUR in Italien, die 10 EUR in Griechenland und die 5 EUR in Frankreich gedruckt, also schon eine beachtliche Streuung der Herkunftsländer.
Beim Barkeeper fanden wir noch andere Buchstaben „M“ = Portugal, „P“ = Niederlande und „V“ = Spanien.

Manche Banknoten sind funkelnagelneu, andere fast lappig und abgegriffen. Bei genauem Hinsehen kann man auf ihnen noch viel mehr entdecken: Einige Zeitgenossen haben die Angewohnheit, ihre Barschaft mit Nummern zu versehen (vielleicht um den Überblick über ihre Ausgaben zu behalten?), andere wiederum missbrauchen die Geldscheine als Notizzettel für Telefonnummern oder ähnliches – und machen sich damit im Sinne des Gesetzes strafbar: „… wer Banknoten …. verfälscht, … in Umlauf bringt, …… macht sich strafbar.“

Ein Gast aus Israel bezahlte seine Rechnung mit Euroscheinen, welche alle auf der Rückseite einen Stempelaufdruck hatten. Dieser war nicht zu entziffern, da hebräisch – ich fragte den Gast, was es damit auf sich habe. Er sagte, dass ausländische Banknoten so einen Stempel von Staats wegen in Israel bekämen. Genaueres über den Sinn und Zweck dieses Vorgehens konnte er nicht sagen (irgendwie komisch).

Aber nicht nur das Papiergeld ist interessant für den Laien, auch die Euromünzen verdienen Beachtung. Sie werden durch fast alle Staatsbanken der Länder der Euro-Zone in den unterschiedlichsten Prägestätten hergestellt. Dabei verfügt Deutschland mit fünf Prägeanstalten über die meisten Produktionsstandorte. Jede deutsche Euromünze trägt auf der Rückseite einen Großbuchstaben (A, D, F, G und J).
„A“ = Berlin, „D“ = München, „F“ = Stuttgart, „G“ = Karlsruhe und „J“ = Hamburg.

Die anderen Euro-Länder besitzen nur eine Prägestätte und benutzen folgende Kennzeichnungen:

Füllhorn = Frankreich, „R“ = Rom/Italien, florales Muster = Griechenland, „INCM“ = Portugal, Merkurstab = Niederlande, „M“ mit Krone = Madrid/Spanien. Einige kleinere Länder (z. B. Luxemburg, Slowenien, Zypern) besitzen keine eigenen Prägereien und lassen die Münzen im Ausland herstellen.

In der Hotelkasse habe ich deutsche Euromünzen aus Berlin, München und Stuttgart gefunden. Bei ausländischem Kleingeld waren die Niederlande, Frankreich und Spanien am häufigsten vertreten. Noch selten zu finden sind Münzen aus Slowenien, Zypern und Irland. Eine Münze aus Monaco oder Malta im regulären Umlauf auszumachen ist sehr schwer und wer eine aus dem Vatikan findet, hat so etwas wie einen „Sechser“ im Lotto!

Also – Kassen und Geldbörsen geleert und viel Glück beim Suchen bzw. Spaß beim Betrachten.

Die Gedenk- und Sondermünzen habe ich mal nicht berücksichtigt, dieses Spezialgebiet überlasse ich den echten Freaks (auch Numismatiker genannt)./HT

 

Tags: Nachtgeschichten · Vom Sylter Hofe

Von: BS