Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

für Gäste und Freunde des Hotel Sylter Hof *Berlin*

Unser Nighty erzählt … Neues aus der Straßenbahn

August 26th, 2014· 1 Kommentar

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Erlebnisse in der Tram oder Theater ohne Geld

Es war wieder einmal trotz der späten Stunde sehr voll in „meiner Tram“; ich musste neben dem Fahrkartenautomaten quer zur Fahrtrichtung Platz nehmen. Nahe meines linken Fußes hechelte ein betagter Golden Retriver, sein Herrchen war etwas alkoholisiert und verströmte ein entsprechendes Odeur. Eine Haltestelle später stieg ein junges Pärchen zu und begann ein zwanzigminütiges Technikmartyrium mit dem Fahrkartenautomaten: Fahrscheintaste drücken, Münzeinwurf, Münzen fielen durch, der junge Mann versuchte dann mit erstaunlicher Ausdauer den „Reibetrick“ (man reibt das Geldstück auf der Fläche kurz über dem Einwurfschlitz). Wie gesagt, das Ganze betrieben beide mit viel Geduld und keiner der anderen Fahrgäste reagierte. Ich beschloß ebenfalls das alles zu ignorieren. Gefühlte 30 Haltestellen später zückte ich dann genervt meine Brieftasche und bot ein paar „Ersatzmünzen“ an. Das Pärchen blickte mich ganz verstört an, die jungen Leute wollten offensichtlich gar keine Fahrscheine kaufen. Nun mussten sie es aber!

 

 

Endlich konnte ich den Platz wechseln und hatte drei nette junge Damen als Gegenüber; sie grübelten über einem Berlinführer und sprachen mich dann auf Englisch an. Wie sie am besten zum Alexanderplatz kämen. Ich gab ihnen gern die Auskunft und fragte, ob sie tanzen gehen wollten. Nein, nur etwas essen und ein wenig shoppen wollen sie. Ich empfahl ihnen die Hackeschen Höfe, dort könnten sie beides und Leute gucken dazu. Auf der weiteren Fahrt erklärte ich den jungen Damen das vorbei ziehende Panorama und sie wollten mich prompt als Tourguide engagieren. Mit dem Hinweis auf meinen bevorstehenden Nachtdienst musste ich ablehnen.

Zwei Tage später wartete ich auf meine Tram und wurde von mehreren Leuten angesprochen; leider in schnell gesprochenem Spanisch. Ich versuchte es mit Englisch und siehe da, sie wollten einen ihrer Arbeitskollegen zum zahnärztlichen Notdienst bringen. Die Zahnklinik liegt genau auf meinem Arbeitsweg und so konnte ich ihnen direkt helfen. Ich fragte nach der Versicherungskarte und bekam prompt eine spanische Sozialversicherungs-karte erstmalig in meinem Leben zu sehen. Einige Stationen später leuchtete dann am „Klinikum im Friedrichshain“ der Neonbackenzahn auf und die netten Spanier stiegen aus.

Danach erkannten mich zwei Sicherheitsdienstleute, setzten sich zu mir und wir stimmten uns auf unsere bevorstehenden Nachtdienste ein.

Meine Frau nimmt jede Woche ein neues dickes Buch für ihre Fahrten zur und von der Arbeit mit – ich kann das gar nicht, da ich in der Tram nie Zeit zum Lesen habe!/HT

Tags: Allgemein · Nachtgeschichten

Von: BS

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 AS // Nov 22, 2011 at 11:39

    Ja..ja.. von wegen Tickets kaufen am Automaten.
    So kann man dann auch eine freie Fahrt ergaunern, indem man nur so tut als ob man ein Ticket kaufen möchte.Das die Leute sich nicht schämen !!!!