Unser Schöneberg – Das Bayerische Viertel

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Unser Schöneberg – Das Bayerische Viertel

September 23rd, 2015· Keine Kommentare

Unser Schöneberg

In Schöneberg zu wohnen, finde ich richtig gut. Vielleicht ist es gerade nicht so „in“ wie in Prenzlauer Berg, Mitte oder Friedrichshain. Da ich selber aber bis 1998 in PrenzlauerBerg gewohnt habe, kann ich mir den Vergleich erlauben. Schönebergs zentrale Lage, die gute Verkehranbindung (mehrere U-Bahnlinien, S-Bahn und Bus), die Nähe zum Tauentzien und Ku’Damm – all das ist kaum zu toppen. Dann die verschiedenen Wohnquartiere mit dem individuellen Charme, all‘ das hat schon was. In unserer Blogreihe „Unser Schöneberg“ stellen wir Ihnen immer mal wieder diese Ecken vor und vielleicht überlegt der eine oder andere Berliner, hierher zu ziehen, denn im Vergleich zu den Berliner In-Bezirken sind die Mieten hier noch recht moderat.

Heute möchte ich Ihnen das Bayerische Viertel etwas näher vorstellen.

Das Bayerische Viertel liegt im Schöneberger Westen, zwischen dem KaDeWe im Norden und der Hauptstraße im Süden, im Westen die Bundesallee und im Osten die Martin-Luther-Straße. Rund um den Bayerischen Platz findet man die Regensburger, Bayreuther, Ansbacher, Passauer oder Bamberger Straße, daher also der Name des Viertels.

Das Bayerische Viertel wurde um 1900 von Georg Haberland als großbürgerliches Wohnquartier konzipiert und in den Jahren vor dem I. Weltkrieg in der Amtszeit des Schöneberger Oberbürgermeisters Rudolph Wilde erbaut. Die Fassaden der Häuser sind von einem süddeutschen Renaissancestil geprägt. Wer in den 1920er Jahren etwas auf sich hielt, wollte hier wohnen. Viele Juden siedelten sich gerade hier an, prominente Bewohner des Viertels waren beispielsweise Albert Einstein, Egon Erwin Kisch, Marcel Reich-Ranicki. Aufgrund des hohen Bevölkerungsanteils von Juden wurde das Bayerische Viertel von den Berlinern auch die „Jüdische Schweiz“ genannt.

Während der NS-Zeit wurden gerade die Mitbürger, die das Viertel so maßgeblich geprägt hatten, zuerst ausgegrenzt, vertrieben, später deportiert und in Konzentrationslager ermordet. Viele Gedenk- und Hinweistafeln sowie Stolpersteine erinnern an diese jüdischen Mitbürger. Wenn Sie mit offenen Augen dort durch die Straßen gehen, dann werden Sie an den Laternen die eine oder andere der 80 Gedenktafeln sehen. Es gibt aber auch geführte Spaziergänge durch das Viertel. Wer daran Interesse hat, der kann hier klicken und erfährt mehr dazu.

Nach dem II. Weltkrieg war das Bayerische Viertel ziemlich zerstört, wurde aber in den 1950er Jahren wieder aufgebaut, die alten Fassaden wurden weitgehend erhalten, sodass sich der Spaziergänger an den schönen alten Häusern erfreuen kann.  Sie finden viele kleine Straßencafés, schöne Restaurants, kleine Lädchen, Galerien … entdecken Sie für sich den Charme des Bayerischen Viertels./BS

 

Tags: Unser schönes Schöneberg

Von: BS