Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

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Unser Nighty erzählt … eine Weihnachtsgeschichte

Dezember 10th, 2015· Keine Kommentare

NightyB

Der Weihnachtsmann auf Dienstreise

 

Erneut wuchtete der Weihnachtsmann einen schweren Postsack in sein Häuschen und wischte den Schweiß von der Stirn. „Jedes Jahr werden es mehr Wünsche und immer ausgefallenere noch dazu!“ Die Helferzwerge, welche beinchenbaumelnd auf der Ofenbank warteten, nickten eifrig: „Es stimmt – immer immer mehr!“ Auch Rentier Rudolf zwinkerte bejahend mit seinen großen Klimper-Wimpern und wandte sich wieder seiner duftenden Heuration zu.

„Das ist der letzte Sack.“ brummelte der Rauschebart nach weiteren zehn Minuten und schloß mit einem dosierten Fußtritt die Tür hinter sich. Dann zog er zuerst die dicken Fäustlinge von seinen Pranken, öffnete den Leibgurt und die Zwerge halfen ihm nun aus dem schweren roten Mantel.  Ächzend ließ er sich am  großen Eichentisch nieder und öffnete einen Brief nach dem anderen: „ Puppe, Eisenbahn, Ball, Laptop, Smartphone, i-Phone“ brummelte der Rauschebart und sortierte die Wunschzettel zu mehr oder weniger großen Papiertürmen. Nach einiger Zeit öffnete er eine Klappe im Fußboden und stieg zu den unterirdischen Lagerräumen hinab, gefolgt von den Helfer-zwergen. Diese schwärmten  zu den Regalen aus und arbeiteten die Wunschzettel ab. Alles wurde in große Säcke verpackt. Es waren noch gut zwei Wochen bis zum großen Tag, Fehlmengen konnten noch problemlos nachgeordert und verpackt werden. Die SOS-Geschenke hob man sich bis zum 23. Dezember auf.

Weihnachtsmarkt

Der Weihnachtsmann knurrte nur noch, als er die Mengen an Geschenken sah, welche bereitgestellt und befördert werden mussten. „Nur gut, dass es unterschiedliche Liefertage bei den Menschen gibt – am liebsten sind mir die Russen, sie brauchen alles erst im Neuen Jahr.“ Selbst nach einer längeren Pause und duftendem Kräutertee wurde seine Laune nicht besser. Die Zwerge beratschlagten, wie sie ihrem Chef helfen könnten und grübelten und grübelten. Einer rief dann: „Er muss vor Ort!“ Wie?? „Na ‚runter, zu den Menschen, ihren Kindern!“ Gesagt, getan: Rudolf wurde vorgespannt und ab ging die Schlittenfahrt ins Dunkle.

Bei einer großen Lichteransammlung zogen sie eine Kurve und stoppten in einer Schneewolke. Der Weihnachtsmann las: „Hotel zum …..“ und stapfte hinein. „Ihren Namen bitte und Ihre Adresse“ sprach ihn die Rezeptionistin freundlich an. Zuerst nuschelte er „Weihnachtsmann vom Himmel hoch“, berichtigte sich aber dann schnell: „Nikolaus von Wolkenstein aus Himmelpfort“. Ungläubig sah ihn die junge Frau an und flüsterte: „Sie sind der W..-mann?“ „Ja!“ Er bekam ein sehr schönes Zimmer (selbstverständlich ein VIP-upgrade) und ging dann in die Stadt. Unauffällig schaute er in die Fenster, sah sich in den großen und kleinen Geschäften um und machte sich Notizen. Plötzlich hörte er bekannte Lieder, bog um die Ecke und stand mitten auf einem Weihnachtsmarkt! Da war Stimmung und gut gelaunte Menschen scharten sich um Glühweinstände, Verkaufsbuden und Karussells.  Kinder bedrängten ihre Eltern: „ Das Auto dort gefällt mir“ oder „Die Puppe ist so süüüß“ und bekamen fast immer zur Antwort: „Das bringt dir bestimmt der Weihnachtsmann!“ So klang es hundertfach an diesem Tag und dem Rauschebart wurde nun klar, dass daher die Weihnachts-Wunsch-Post bergeweise bei ihm landete. „So ist das also und wird immer so sein.“ Am nächsten Morgen checkte er aus; an der Rezeption stand nun ein älterer, schon ergrauter Mitarbeiter. Dieser wünschte ihm eine gute Reise und flüsterte wissend: „Bis in zwei Wochen, meine Enkelkinder sind schon ganz aufgeregt.“/HT

Tags: Nachtgeschichten

Von: BS