Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

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Unser Nighty erzählt … heute einen Krimi

Januar 5th, 2016· Keine Kommentare

NightyB

 

 

 

 

 

Es geschah in der 5. Etage ….

Alles war wie immer – die Zimmerfrau öffnete die Tür von 508, erblickte das benutzte Bett, registrierte den vollen Papierkorb und ging ins Bad. Dort begann sie routinemäßig ihre Aufräum- und Reinigungs-arbeiten, sammelte die benutzten Handtücher ein und brachte sie zum Wagen. Als sie in das Zimmer zurückkehrte stutzte sie: Es roch so komisch, irgendwie war ihr seltsam zumute. Und da sah sie den roten Fleck vor dem Kleiderschrank, er wurde größer und größer! Sie schrie entsetzt auf und im gleichen Augenblick kippte die offene Rotweinflasche aus dem Schrank. Die Hand, die sie umschloss, war sehr blass, ebenso das dazugehörige Gesicht. Nur raus! Die Zimmerfrau rannte um ihr Leben. Erst im Office kam sie einigermaßen zur Besinnung und tippte schnell die erstbeste Piepernummer ein. Kurz darauf bog die Hausdame um die Ecke und erhielt eine hastig gestotterte Information: „Toter in der 508, überall Blut, schnell!“ Mit zitternden Fingern wurde das Direktionsbüro angewählt, im Nu eilten der Geschäftsführer, sein Assistent und ein Hausmeister in die 5. Etage. Auf dem Weg dorthin wurden die Polizei und der Notarzt alarmiert. Ebenso bekam die Rezeption die Information, dass die 5. Etage gesperrt sei – ein Notfall erfordere dies.

Nach ein paar Minuten fuhren einige Polizeiautos mit Blaulicht und Sondersignal am Hotel vor und die Beamten wurden zu besagtem Zimmer geleitet. Der Notarzt und die Rettungssanitäter erschienen auch sehr schnell und nun betraten die Polizisten, angeführt von einem Kriminalbeamten in Zivil, das Hotelzimmer. Was sie erblickten, ließ sie erstarren: Der Tote saß auf dem Bett und versuchte lallend mit seinem Handy ein Telefonat zu führen.

Als erstes fasste sich der Notarzt und ergriff das Handgelenk des Mannes, fühlte den Puls und meinte: „Der ist nicht besonders tot.“ Die Spannung löste sich in allgemeiner Heiterkeit. Man stellte die Personalien des Mannes fest, sie stimmten mit den auf dem Meldeschein vorhandenen überein. Er war wirklich als Gast eingecheckt, hatte ein wenig zu viel gefeiert und nachts in der Dunkelheit die Badezimmertür mit der des Kleiderschranks verwechselt. Müde und alkoholisiert wie er war, hatte er nur noch die Schranktür zugezogen und war dann eingeschlafen.
Alle waren froh, dass es keine Leiche, sondern nur einen Rotweinfleck gab. Die Polizei und der Notarzt sowie die Rettungssanitäter rückten wieder ab. Der Gast wurde zur Übernahme der Reinigungskosten verpflichtet und durfte seinen Rausch im Bett ausschlafen, nach dem die Zimmerfrau den Weinfleck “erstversorgt” hatte./HT

Tags: Nachtgeschichten

Von: BS