Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen

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Besuch der Gedenkstätte Hohenschönhausen

Februar 11th, 2016· Keine Kommentare

Brandenburger Tor1

 

 
Wir haben in unserem Blog ja schon einmal über die Gedenkstätte Hohenschönhausen berichtet. Jetzt habe ich mir selbst mal ein Bild von dem ehemaligen STASI-Gefängnis in Hohenschönhausen gemacht.

Wir haben uns natürlich vorher im Internet über Führungen & Öffnungszeiten erkundigt und haben erfahren, dass immer samstags von 10 – 16 Uhr stündlich eine Führung stattfindet.  Also sind wir gegen 15 Uhr hingefahren haben uns Besuchertickets geholt  für Euro 5,- pro Erwachsenen.

Jeder hat einen roten Sticker für die Jacke bekommen, damit man erkennt, dass wir Besucher sind.

Im Ticketshop konnte man auch diverse Bücher, die das Thema DDR oder auch die Stasi betreffen, käuflich erwerben. Ich habe gestaunt, dass an einem Samstagnachmittag bei -10° so ein reger Andrang von Besuchern herrschte, denn die Führung findet ja nicht nur innerhalb der Gebäude statt, sondern auch auf dem Gelände und im Keller.

Das tolle an der Führung war, dass diese von Zeitzeugen, also ehemaligen Inhaftierten, durchgeführt werden. Wir hatten einen ehemaligen Inhaftierten namens Wolfgang Warnke, der uns u.a. auch seine Geschichte bzw. Inhaftierung im Stasi-Knast schilderte. Er zeigte uns auch seine Zelle ( Zelle 115 – so wurden die meisten Inhaftierten auch angesprochen mit Ihren Zellennummern, nicht mit dem Namen ), wo er knapp 4 Wochen inhaftiert war und die dazu gehörenden Verhörzimmer.

Er spielte uns seine Dialoge im Verhörzimmer durch und beziehte die Gäste mit ein, das war für mich schon sehr extrem, aber auch interessant.

Eine weitere Station der Führung waren die Kellergewölbe, in denen sich auch einzelne Zellen und u.a auch Folterzellen bzw. Zellen ohne Fenster befanden. Ich muss sagen, für mich war diese ganze Führung und die Geschichte von Wolfgang Warnke eine sehr emotionale Sache.  Als wir am Samstag dort hingegangen sind, dachten wir,  wir machen mal ein bisschen Sightseeing, aber die Führung durch einen Zeitzeugen ist schon sehr spannend & auch ergreifend.

Für jemanden der diese Zeit nicht bewusst miterlebt hat, wie ich, klingt das alles extrem unvorstellbar und vorallem ungerecht.

Nach ca. 2 Stunden war dann die Führung beendet und Wolfgang Wanke zündete seine Zigarette an (mit denen man ihm bei seiner Verhörung ein Geständnis entlocken wollte) und spazierte nach Hause, als wäre nie etwas passiert … /AO

Tags: Berlin zentral

Von: BS