Unser Nighty erzählt … Tramgeschichten oder Theater ohne Geld

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Unser Nighty erzählt … Tramgeschichten oder Theater ohne Geld

Mai 3rd, 2016· Keine Kommentare

NightyB

Wenn jemand starke Nerven besitzt, dann die Lenker/innen der  Straßenbahnen – ich erlebe das täglich und bewundere sie dafür. „Meine“ M6 bedient eine der längsten Strecken in Berlin (21,5 Kilometer) und nimmt an 47 Stationen Fahrgäste auf und setzt sie auch wieder ab. Viele Tausende Passagiere – Berliner und auch viele Touristen –  nutzen sie täglich, entweder einfach als Verkehrsmittel, als Transportmittel für die unterschiedlichsten Gegenstände (dabei am meisten Möbel, Wohn-Accessoires und Pflanzen vom gelb-blauen Riesen) oder auch als Party-Mobil.

Dabei kann man die unterschiedlichsten Ereignisse und Situationen beobachten: Ein Mann hatte eine Gardinenstange von beträchtlicher Länge gekauft und wollte mit dieser in die Bahn einsteigen. Er fädelte sie geschickt durch die Tür, rief dabei gleichzeitig „Achtung“ und ungefähr zehn Fahrgäste mußten sich vor dem Teil abducken. Es dauerte ein wenig, doch der Tram-Fahrer wartete geduldig mit dem Schließen der Türen. Auch beim Einsteigen einer niederländischen Schülergruppe, welche offenbar nur einen Eingang  gefunden hatten, bewies die Fahrerin Ausdauer.

Jedoch bei drei Halbwüchsigen, welche unbedingt alle Ecken, Fächer und Haltegriffe auf Festigkeit „prüften“ und dabei den Feuerlöscher neben der Fahrertür entdeckten, schritt er konsequent ein: Er stoppte den Zug auf offener Strecke und fragte das Trio, ob es irgendein Problem gäbe  – wenn ja, dann könnten sie an der nächsten Haltestelle aussteigen. Kleinlaut verneinten die drei und fuhren gern weiter mit.

Ein anderes Mal klopfte eine junge Frau, welche sehr blaß und erschöpft wirkte, an die Fahrerkabine und bat um medizinischen Beistand. Der Fahrer reagierte sofort, unterbrach die Fahrt und verständigte per Funk die Verkehrsleitstelle. Dann informierte er per Lautsprecherdurchsage die Fährgäste über die Situation und innerhalb weniger Minuten trafen der Rettungswagen und auch der Notarzt ein.

Mehrmals habe ich schon Gefahrenbremsungen erlebt, weil eilige Mitmenschen noch schnell die Gleise überqueren wollten bzw. Fahrradfahrer, welche die Geschwindigkeit der herannahenden Tram unterschätzt hatten. Also Hut ab vor der täglichen Leistung der Tramfahrer/innen!

Tags: Nachtgeschichten

Von: BS