Blog Hotel Sylter Hof *Berlin*

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Unser Nighty erzählt … Erlebnisse in der Tram oder Theater ohne Geld

Dezember 2nd, 2016· Keine Kommentare

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Bei meinen vielen Fahrten zur und von der Arbeit habe ich wieder einiges in der Tram erlebt:

Am frühen Morgen, der Wagen war nur mäßig besetzt, flegelte sich ein Mann größeren Formats in die dritte Sitzreihe. Seinen Plastikbeutel drapierte er neben sich und holte dann aus seiner Umhängetasche eine Flasche Bier, welche mit den Zähnen entkorkt wurde. Genüsslich ließ er einige Schlucke in sich fließen und schlief abrupt ein. Ich döste auch so vor mich hin und wurde von einem lauten Knall schlagartig munter – die Bierflasche war ihm entglitten und entleerte sich munter in den Gang. Der Mann wachte auf und hob die Flasche auf. Das ausgelaufene Bier verteilte sich fahrtbedingt in der Tram und die belästigten Fahrgäste verlegten ihre Plätze in den hinteren Wagenabschnitt….

Ein paar Abende später enterten gefühlte 100 Schüler/innen die Tram und besetzten jeden freien Quadratzentimeter. Ihrer überlaut geführten „Konversation“ war zu entnehmen, dass sie aus unserem Nachbar-Tulpen-Käse-Staat stammten. Ihr Fahrtziel war das übliche: Der Alexanderplatz. Also richtete ich mich auf einige Stresskilometer ein und schaltete mein Gehör auf Durchgang. Das klappte gut, nur leider konnte ich kein Kraftfeld um mich herum errichten und musste einige Schubse und Stöße ertragen. Auch meine Frisur litt unter der gestenreich geführten Unterhaltung etwas.

Da war das nach einigen Tagen im Buggy sitzend hereingeschobene Kleinkind erholsamer. Es wurde aufgrund der frühen Stunde von Omi mit einem Brötchen gefüttert und betrachtete mit großen, blauen Augen seine Umgebung. Kontaktfreudig erwiderte der Kleine (blau gekleidet) die freundlichen Blicke und das Lächeln der anderen Mitfahrer.

Erstaunlicherweise sind die Fahrgäste morgens lockerer und freundlicher gestimmt als abends. So rückte eine junge Mutter ihren Kinderwagen schnell und ohne große Worte zur Seite, als noch ein Rollstuhlfahrer zur Vordertür hereinkam. Der Mann bedankte sich, lächelte den Nachwuchs an und las dann ein Buch. Beim Verlassen der Bahn ließ er sogar der Frau mit ihrem Kinderwagen den Vortritt.

Das ist tagsüber anders: Döner oder Pommes essende junge Leute lassen sich durch Hinweise, dass das nicht gestattet ist, überhaupt nicht stören, sondern mampfen weiter. Auch die vielen musikstreuenden Kopfhörer tragen oft zur „kulturvollen“ Tramfahrt bei.

Ich persönlich „freue“ mich, dass schon wieder Weihnachtsmarkt-Saison ist und die vielen damit zu erlebenden Situationen. Lassen Sie auch Ihr Auto stehen und genießen Sie den Berliner Nahverkehr!/HT

Tags: Nachtgeschichten

Von: BS