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Kultur in Berlin: Unser Nighty erzählt … über Uhren in Berlin

Februar 10th, 2017· Keine Kommentare

Uhr Rotes RathausSeit vielen tausend Jahren misst die Menschheit die Zeit – zu unterschiedlichsten Zwecken. Einmal um den Tagesverlauf korrekt zu gliedern, Termine zu setzen, Prozesse vielfältigster Art zu steuern, zu wissenschaftlichen Zwecken (sogar in unvorstellbaren Größen wie Licht-jahren) und nicht zuletzt um Dates einhalten zu können.

Die Uhrzeit erfassen die meisten Menschen individuell mit Hilfe ihrer Armband-Uhr oder über die moderne Kommunikation (i-Phone, I-Pad, Mobil-Telefon etc.). Eine weitere Option bieten Uhren, welche öffentlich sichtbar sind. Dazu zählen als älteste die Kirchturm-Uhren, gefolgt von den Rathaus-Uhren und den vielen als Werbetafeln gestalteten Zeitmessern.

In Berlin gibt es ca. 430 „öffentliche“ Uhren, welche sowohl numerisch als auch digital die Zeit anzeigen. Die wohl bekanntesten Uhren befinden sich am Roten Rathaus in Mitte, am Schöneberger Rathaus in Schöneberg, an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche, am Uhrenturm (Potsdamer Platz), in allen U-, S- und Fernbahnhöfen (wobei dabei am Anhalter Bahnhof noch die alte, klassische DB-Bahn-Uhr zu sehen ist). Auch die Turm-Uhr am Schloss Charlottenburg wirkt optisch sehr schön, ebenso wie das akustische Highlight des Porzellanglockenspieles der Turm-Uhr des Französischen Doms am Gendarmenmarkt.

Zwei besondere Exemplare von Zeitmessern stellen die „Mengenlehre-Uhr“ (neben dem Hotel „Palace“) und die weltbekannte „Wasser-Uhr“ direkt im Europa-Center dar.

Erstere wurde von Dieter Binninger entwickelt und funktioniert folgendermaßen: Die erste und zweite Reihe bestehen aus je vier Feldern, wobei die in der ersten Reihe jeweils für fünf Stunden und die in der zweiten für je eine Stunde stehen. Somit können 24 Stunden angezeigt werden. In der dritten Reihe sieht man die gelben und roten Felder volle fünf Minuten lang. Dabei markieren die roten Felder zusätzlich jede vergangene Viertelstunde. Die gelben Felder in der letzten Reihe leuchten jeweils eine Minute lang. Somit kann man durch Addition der Reihen die aktuelle Uhrzeit ermitteln. (Es erfordert einige Übung, aber die Anleitung dazu kann man direkt an der Uhrensäule nachlesen.)

Die „Wasser-Uhr“ oder genauer die „Uhr der fließenden Zeit“ wurde vom Franzosen Bernard Gitton 1982 erbaut. Sie erstreckt sich über 13 Meter Höhe und besteht aus 12 großen und 30 kleinen Glaskugeln, welche durch ein Röhrensystem miteinander verbunden sind. Jede der kleinen Kugeln füllt sich innerhalb von zwei Minuten mit einer gelb-grünlichen Flüssigkeit, danach ergießt diese sich in eine große Kugel – eine Stunde ist somit vergangen. Um 01:00 Uhr bzw. 13:00 Uhr eines jeden Tages wird dieser Zyklus beendet und beginnt dann von vorn. Ein sehr interessantes Foto-Motiv und immer wieder gern besucht.

Auf dem Alexanderplatz in Mitte steht noch ein außergewöhnlicher Chronometer – die „Weltzeit-Uhr“. Sie wurde 1969 vom Architekten Erich John erbaut, ist 10 Meter hoch und 16 Tonnen schwer. Auf ihr stellen 24 Segmente mit 148 Städten die Zeitzonen dar, über welche sich ein Stundenring dreht und die dortige aktuelle Zeit angibt. Gekrönt wird die „Urania-Weltzeit-Uhr“ – so lautet ihr exakter Name – von einer vereinfachten Darstellung des Sonnensystems mit seinen Planeten und deren Bahnen. Dieses Metallmodell dreht sich einmal pro Minute um sich selbst. Die gesamte Uhr wurde 1997 restauriert und einige Städtenamen (Leningrad – Sankt Petersburg) aktualisiert. Jeden Tag dient dieser Zeitmesser als beliebter Treffpunkt für Touristen und wird millionenfach fotografiert.

Ansonsten können unsere Gäste während eines Stadtbummels gern viele der „öffentlichen“ Uhren selbst entdecken – viel Spaß dabei./HT

Tags: Kultur in Berlin · Nachtgeschichten

Von: BS