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Unser Nighty erzählt Tramgeschichten oder Theater ohne Geld

März 19th, 2017· Keine Kommentare

NightyB

Ich habe wieder einmal einige Kilometer in „meiner“ M6 zurückgelegt und einiges erlebt: Eines frühen Samstagmorgens stiegen am Alexanderplatz einige jugendliche  Frauen zu, welche sich lautstark über ihre nächtlichen Erlebnisse austauschten: „Ey – Mann, der blöde Türsteher, wa?!“ „Eigentlich sssollte ich um sechs ssu Hause sein, werde mal Mama anrufen!“ „Muß unbedingt Zigaretten kaufen“ – diesen letzten Satz wiederholte die junge Frau mindestens an jeder kommenden Haltestelle zwei Mal. Dann endlich hatte die andere ihr trautes Heim am Handy: „Hey, kannste mal Mama Bescheid sagen – was, die pennt??! Na, denn komme ich später!“ Tolle Logik, es war ja schon knapp zwei Stunden später.

An einem anderen Tag versuchte ein Girly jemanden mobil anzurufen. Es klappte trotz mehrerer Versuche nicht – plötzlich klopfte sie wie wild auf ihrem Handy herum und schüttelte es auch mehrfach kräftig. Ihr Begleiter reagierte: „Haste Macke?“ Sie erwiderte, dass die SIM-Karte herausgerutscht sei und sie das immer so hinbekomme. Und tatsächlich, nach einer Weile funktionierte das Teil tadellos. Wieder was für’s tägliche Leben und Überleben gelernt, dachte ich so bei mir.

Dann kamen die Weihnachtstage: Selbst am späten Abend waren die Wagen voller Menschen. Alle trugen mehr oder weniger große Tüten, Karton und Beutel, hatten größtenteils entspannte Mienen und noch viel vor. Oft wurden auch Weihnachtsbäume aller Art und Größe in die Tram hinein- und wieder herausgehievt. Sie verbreiteten angenehmen Weihnachtsduft. Eines Abends blockierte ein Auto mit Blaulicht den Schienenweg, nach kurzer Wartezeit fuhren wir im Schritt-Tempo weiter und durften dann den vollkommen abgeriegelten S-Bahnhof Alexanderplatz nicht betreten. Eine herrenlose Tasche, welche an einem Kiosk stand, löste Bombenalarm und alle damit verbundenen Folgen aus!

Am entscheidenden Tag – dem 24. Dezember – war es schon ab 9:00 Uhr schwierig einen Sitzplatz zu bekommen, so viele Leute waren unterwegs. Das verringerte sich dann bis zum Abend entscheidend; irgendwann hatten auch die meisten Touristen mitbekommen, dass die Weihnachtsmärkte, Kinos und sonstigen Vergnügungsstätten an Heilig Abend geschlossen werden. Ich konnte also ganz entspannt zur Arbeit fahren und freue mich schon heute auf die Silvester- bzw. Neujahrsfahrt in ein paar Tagen. Bleiben Sie gesund und fahren Sie auch 2014 mit „meiner“ M6.

HT

 

Tags: Nachtgeschichten · Vom Sylter Hofe

Von: BS